Ein Blabber macht noch keinen Sommer

Am Wochenende laufe ich. Ich treibe Sport, um mich wenigstens ein bißchen bei Figur zu halten, denn schließlich bin ich ja immernoch am Markt. Gut, ich hab jetzt keinen Adonis-Körper. Eher ein ganz winziges bißchen Pocke, aber auch echt nur ganz minimal – und sehe sonst doch eigentlich noch recht passabel aus. Ich achte drauf, dass ich nie zu blass werde, versuche regelmäßig zum Friseur zu gehen und kann mich gesellschaftsfähig artikulieren und verhalten. So weit, so gut.

Wo liegt denn nun eigentlich das Problem? Ach ja – da draussen tummeln sich wie die Bekloppten diese Wesen, die man “Pärchen” nennt, die sich bei sonnigstem Wetter gegenseitig am Eis schlecken, verschlungen in der Sonne liegen, doof rumschmusen und sich anscheinend für den Mittelpunkt der Zeit halten. Eben jene Mitmenschen, denen es absolut gar nichts ausmacht, einem Single wie mir sein persönliches Versagen mit großen Buchstaben vorzuhalten: “Du wirst 30! Du bist Single! Das wird nix mehr!” (Klingt wie beim “Vollidiot” – ist auch so.)

Ich habe mich bisher immer gut zurückgehalten, aber das nächste Mal bewerfe ich Euch mit Erdklumpen, rolle Euch in den nächstgelegenen Teich oder lasse die Luft aus Euren Fahrrädern, Ihr nervigen, überflüssigen Depressionsfabriken!!!

Außer natürlich, ich treffe plötzlich “sie”. Dann mache ich bei Euch mit. Darf ich?

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WG Leben

Montag: “Dominik, Du weißt, dass Du am Wochenende eigentlich Putzdienst hattest?” Ja – weiß er.

Dienstag: “Dominik – wundert Dich nicht, dass da so viele Töpfe rumstehen?” Nein – wundert ihn nicht.

Mittwoch: “Äääähm, Dominik… Also, naja, Du erinnerst Dich noch an den Putzplan?” Nö. Wer? Ich??

Am Donnerstagabend stehen 2 Frauen vor mir – meine Mitbewohnerinnen – mit sehr sehr ernster Miene. In der Küche türmt sich Geschirr, weil ich meins nicht gespült habe, und man mir zeigen möchte, dass man (oder besser Frau) nunmehr keinen Platz findet, um das eigene zu spülen, gleichzeitig liegt im Bad Staub; es scheint einen wahren Staubniederschlag gegeben zu haben. Katzenstreu-Steinchen liegen hier und da auf dem Teppich herum und ich fühle mich schuldig – ich weiß, was mich nun erwartet.

Blabber erträgt viel, aber ein 20minütiges Donnerwetter von 2 fauchenden Frauen – das ist hart.

In genau diesem Moment, 2 Stunden später, sind meine Hände vom Spülen, Schrubben, Wischen und Wienern aufgequollen (wir haben kein Palmolive) und mein Rücken schmerzt vom Bücken. Ich dachte übrigens, das Reinigen der Toilette bestehe daraus, dass man dieses gelbe Zeug einfach so weit und so lange in der Schüssel verteilt, bis alles neon-gelb ist und gut riecht – aber dem scheint tatsächlich NICHT so zu sein.

Zur Belohnung bekomme ich von den Mädchen einen Riegel Schokolade, ich fühle mich gekauft, fast als hätte ich mich prostituiert – aber wenn ich gleich einschlafe, dann werde ich es mit einem Lächeln auf den Lippen tun…

“Gute Nacht, Dominik, gute Nacht, Adriana!”
“Gute Nacht Judith, gute Nacht Adriana!”
“Gute Nacht Dominik, gute Nacht Judith!”

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